Teammanagement - Suchen Sie DEN Schuldigen

Die Suche nach dem Schuldigen lenkt von der Problemlösung ab

Echt jetzt? Was für ein Psychologengeschwätz.

 

Wie läuft es denn in der Realität ab?

Da kommt man ganz entspannt morgens ins Büro und paff, schon liegt die erste Schreckensmeldung auf dem Tisch. Da haben doch die völlig unfähigen Mitarbeiter wieder einmal nur Mist gebaut. Ich sollte die alle feuern, die Pfeifen! Mit hoch rotem Kopf und strammen Schrittes in den Meeting Raum marschieren und jetzt erstmal auf den Tisch hauen und jemanden für seine Inkompetenz rund machen. „Also, wer ist schuld an diesem ganzen Mist?“

 

Und alle machen mit. Man beschuldigt sich fleißig gegenseitig. Naja, ist ja irgendwie auch nachvollziehbar. An diesem psychologischen Spiel beteiligen sich alle gerne. Wird gegen jemanden Klage erhoben hat dieser zwei Möglichkeiten: Gegenklage gegen den Ankläger erheben. „Aber Sie haben mir doch die Unterlagen nicht rechtzeitig geliefert“. Oder die Schuld weiterreichen. „Ja, aber der Kollege xy hat da doch auch was verbockt.“ Irgendwann kommt jemand auf die Idee und beschuldigt jemanden, der nicht anwesend ist. Am besten aus einer anderen Abteilung.

 

„Puh! Das ist ja nochmal gut gegangen.“ Alles klar. Schuldiger gefunden. Problem gelöst. Wieder zurück ins Büro und entspannen.

 

Suchen Sie nicht nach einem Schuldigen! Definieren Sie jemanden als DEN Schuldigen!

Ähm…, wie bitte?

 

Ein neuer Ansatz, der (fast) garantiert funktioniert

Die Lösung ist ganz einfach: Wir definieren DEN Schuldigen. So wie es einen Projektleiter, einen Controller, einen Sachbearbeiter gibt, übernimmt jemand die Rolle des Schuldigen. Diese Person ist dann jedes Mal Schuld, wenn etwas schiefgegangen ist. Auf diese Weise verkürzen wir die Suche nach einem Schuldigen immens. Wir können uns, quasi direkt, mit der Problemlösung beschäftigen.

 

Die Rolle des Schuldigen kann natürlich auch rotieren. Vielleicht will ja jeder Mal der Schuldige sein. Doch erfahrungsgemäß fühlt sich nicht jeder wohl in der Rolle des Schuldigen.

 

Die Methode „Schuldiger“

Um die Methode „Schuldiger“ in einem Team einzuführen, bedarf es nur sehr weniger Voraussetzungen. Es funktioniert sogar in Teams, die sich noch nicht lange kennen oder deren Teamleiter neu dabei ist. Das Einzige, was man wirklich machen muss, ist einen Schuldigen zu definieren und dann das Thema „Schuld“ konsequent vom Tisch zu nehmen. Dies bedeutet vor allem in der Anfangszeit, wenn die Methode neu ist, darauf zu achten, dass jedes Mal, wenn der Chef oder eines der Teammitglieder eine Schuld zuweisen will, man kurz und knapp darauf verweist, dass Mitarbeiter xy schuld ist und jetzt die Themen Problemanalyse, Problemlösung (bei Krisen) oder zukünftige Problemvermeidung auf der Agenda stehen.

 

Auf diese Weise ist es übrigens auch unerheblich, ob der „Schuldige“ sich freiwillig zur Verfügung gestellt hat oder per Dekret zum „Schuldigen“ befördert wird. Solange das Thema Schuld vom Tisch ist, wird es bei Ihren Mitarbeitern zu einer Fokussierung auf die Lösung führen.

 

Der Chef als „Schuldiger“

Auch der Chef oder Teamleiter eignet sich als „Schuldiger“. Erfahrungsgemäß werden in einem funktionierenden Team allerdings irgendwann die Teammitglieder ihrem Chef klar machen, dass seine Rolle eine andere zu sein hat. Schließlich soll er das Team führen, Entscheidungen treffen und für Ziele sorgen. Dafür benötigt man den Kopf frei. Und Schuld zu haben, ist schließlich eine Aufgabe, die jeder im Team übernehmen kann.

 

Erweiterung um den „stellvertretenden Schuldigen“

Die Wirkung der Methode lässt sich noch etwas erweitern. Vor allem in größeren Teams wird häufig darauf geachtet, dass sich Mitarbeiter vertreten können. Dies ist natürlich auch beim Thema Schuld möglich. Ernennen Sie einen „stellvertretenden Schuldigen“ für den Fall, dass der „Schuldige“ nicht anwesend ist. Damit ist auch klar, dass nur anwesende als „Schuldige“ infrage kommen.

 

Fazit: Es ist ein Trugschluss, wenn man glaubt, mit der Konzentration auf die Lösungsfindung würde man gleichzeitig ohne einen Schuldigen auskommen können. Wir alle spielen gerne das psychologische Spiel „Gerichtssaal“ und klagen jemanden an. Eine effektive Art, dieses Spiel zu einer Methode der Kooperation zu machen, ist die bewusste Definition des (ständig) „Schuldigen“. Probieren Sie es in Ihrem Team aus und seien Sie erstaunt, wie positiv sich Ihre Teamkultur wandeln wird.

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Volker Sobieroy, Coach in Münster

Volker Sobieroy

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